Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt

– Sabi`s View –

16.2.18. Wir fahren los. Endlich.

Eigentlich dachte ich immer, dass, wenn wir mal losfahren mein Herz rasen würde, ich Schmetterling im Bauch und vielleicht auch Tränen in den Augen hätte.
Aber irgendwie bin ich nur erleichtert. Wahnsinnig erleichtert, dass es endlich los geht.
Mann, so lange haben wir drauf hingearbeitet.
Und jetzt ist der Zeitpunkt tatsächlich da. Kaum zu glauben!
Geglaubt haben uns wahrscheinlich so einige mittlerweile nicht mehr, dass wir irgendwann wirklich losfahren.
Aber, Gut Ding will wohl Weile haben… oder so ähnlich.

In den letzten 2 Wochen daheim, bzw. zu Hause bei Andis Eltern, gabs noch so einiges zu tun.
Wir haben nicht nur alle Aufträge beendet und die „Impfgeschichte“ abgeschlossen, sondern uns ist auch noch so einiges eingefallen, was wir (ganz unbedingt natürlich) auf der Reise brauchen bzw. davor machen müssten.
Zu der ohnehin schon riesigen Sammlung an Krimskrams, welche wir dabei haben, kamen noch Dinge wie GPS Tracker, Notfall-Handy-Simkarte, Lenkradsperre, einiges an Speicherkarten, etc. etc.

Zwischendrin ist bei unserem „normalen“ Auto die Lichtmaschine noch kaputt gegangen.
Weil wenn nicht jetzt, wann dann, richtig?!

Unsere 1. Fähre haben wir auch gebucht, da dann gleich unsere Kreditkarten ausprobiert und die internationalen Führerscheine und Fahrzeugpapiere geholt.
Ach ja… die Fähre. Also, erstmal geht es nach Venedig, Italien. Dann Igoumenitsa, Griechenland.
Das hatten wir jedenfalls reserviert.
Vor 2 Tagen kam allerdings die Nachricht wir könnten nun nur nach Patras mitfahren. Oder stornieren.
Genau verstanden warum, haben wir das bei dem Italienisch/Englisch Mix der Dame von Minoan Lines nicht.
Aber wozu aufregen und stressen! Griechenland ist Griechenland. 😉

Etwas seltsam für mich waren unsere ganzen Abschiede.
Familien, Freunde, Arbeitskollegen, Auftraggeber…
Alle haben wir nochmal auf ein Abschiedsessen getroffen.
War schon irgendwie komisch.
Nicht, dass es mir schwer fällt zu gehen, ganz und gar nicht, ich freu mich ja drauf. Schon so lange sogar.
Alles mal für einen Weile hinter sich zu lassen. Endlich, endlich wieder unterwegs zu sein.

Ich war schon immer gern unterwegs. Schon als Kind.
Damals waren es so Sachen wie Klassenfahrten, Wettkämpfe oder Trainingslager.
Die Anderen haben andauernd mit ihren Eltern telefoniert. Teilweise geweint. Heimweh gehabt.
Ich und mein Bruder waren da anders. Wir waren schon immer gerne weg. Unabhängig.
Toll, das hört sich jetzt an, als wären wir froh gewesen von zu Hause raus zu sein, weil da alles so schlimm war.
Aber genau das Gegenteil war der Fall.
Wir hatten eine extrem tolle Kindheit und eine echt coole Familie (haben wir immer noch).
Bei uns gab es nie Stress oder Streit und wir hatten sehr viele Freiheiten, weil unsere Eltern wussten, sie konnten sich auf uns verlassen.
Aber auch zusammen waren wir viel unterwegs.
Wir haben jede Möglichkeit genutzt um „raus“ zu kommen.
Ferien, Wochenenden. Wir waren immer irgendwie irgendwo unterwegs.
Und da liegt wohl auch der Hund begraben. 😉

So oft essen gegangen wie in den letzten 2 Wochen bin ich auf jeden Fall noch nie.
Hat schon irgendwie was. Allerdings habe ich jetzt wirklich das Bedürfnis erstmal eine Runde zu Fasten.
Obwohl, „Wir bekommen dann ja eh nichts mehr.“, war Andis Aussage bei jedem Bissen, den wir in letzter Zeit zu viel geschlemmt haben.
Da hätte ich jetzt im Moment nicht mal ein Problem damit. 😀

Ein letztes Essen, ein letzter Abschied, steht aber noch an.
Der von meiner Mama.
Da fahren wir jetzt auf dem Weg nach Venedig noch vorbei.
Und dann, dann tuckern wird gemütlich weiter Richtung Süden.
Und lassen den Winter langsam hinter uns…

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt

– Andi`s View –

Ich hätte nie gedacht, dass es so stressig und kompliziert sein kann alle Zelte abzubrechen. Langsam nervt es so richtig und es wird Zeit, dass wir endlich los kommen!

Nachdem wir nun das Haus an unsere Nachmieter übergeben haben, sämtliches Hab und Gut auf ein Minimum reduziert und einen kleinen, aber dennoch ersten, Schritt in Richtung Abreise gemacht haben, rückt die Abfahrt immer näher. Alles wird konkreter und die Vorfreude, aber auch ein gewisser Respekt, steigen an.

Das Abenteuer ruft…die Sehnsucht danach steigt von Tag zu Tag…

Das Abenteuer ruft - von Tag zu Tag mehr

Die letzten Tage haben wir bei meinen Eltern verbracht.
Die letzten Tage ist gut. Im Endeffekt waren es dann doch fast drei Wochen.

Warum geht man freiwillig zu seinen Eltern zurück fragt Ihr euch sicherlich!?

Da ich beruflich noch ein Projekt abzuwickeln hatte, noch ein paar Impfungen ausstanden und organisatorisch auch noch einiges zu erledigen war, hatten uns meine Eltern angeboten, die Zeit doch bei Ihnen, zu überbrücken.

Auch wenn, es ehrlich gesagt, etwas seltsam bzw. gewöhnungsbedürftig war, nach Jahren wieder in seinem alten Zimmer zu wohnen, möchte ich mich an dieser Stelle nochmals herzlichst bedanken!
Gut zu wissen, dass die Familie immer für einen da ist.
Das macht Mut und stärkt mich persönlich auch in unserem Vorhaben.
Sollte etwas sein, steht man nie alleine da!

Nun sind auch diese drei Wochen vorbei.

Geprägt von Meinungsverschiedenheiten mit den Eltern und zahlreichen Abschiedsessen mit Familie und Freunden.
Das gehört dazu. So scheint es zumindest, wenn man das Leben hier aufgeben möchte.
Beurteilen kann ich das nicht. Das ist unser erster Versuch 😉

Ab einem gewissen Zeitpunkt wurde das Verabschieden wirklich aufreibend. Jeden Abend unterwegs sein. Das sind Sabi und ich einfach nicht mehr gewohnt 😉 Unsere wilden Zeiten sind vorbei…kein „Halli Galli“ mehr. Aber doch, haben wir es durchgezogen, weil es uns  wichtig war, einfach nochmal persönlich „Leb wohl“ zu sagen!
Wer weiß was kommt…

Außerdem zeigt sich in so einer Phase, wer zu einem steht, wer wirkliches Interesse an uns und unserem Vorhaben hat, oder wer über diese ganze „Small-Talk-Scheiße“ nicht hinauskommt.

Wie geht`s nun weiter?

Wie gesagt hatten wir in den letzten Tagen auch einiges an organisatorischen Dingen zu erledigen.
Dazu gehörte das Buchen der Fähre nach Griechenland.
Viel geplant wird bei uns ja nicht, aber das war relativ schnell klar.
Wir möchten uns Venedig anschauen und von dort mit der Fähre übersetzen.

Das Buchen einer Fähre ist nicht gerade einfach. Auch in Zeiten der Digitalisierung wurde es nicht einfacher. In meiner Teenager-Zeit bin ich des Öfteren mit meinen Eltern in Griechenland gewesen. Schon damals schimpfte mein Vater, über das Chaos hinsichtlich der Buchungsmöglichkeiten bzw. über dessen Abwicklung.

Tipp:

Solltet Ihr Interesse an Fährverbindungen nach Griechenland haben dann schaut mal auf goferry vorbei. Eines der wenigen Portale auf welches wir gestoßen sind, dass ausreichende Informationen und einen guten Support bei individuellen Anfragen bietet. 

Somit war unsere Buchung eigentlich kein Problem. Wie gesagt sollte es von Venedig weg gehen.
Eigentlich wollten wir Camping an Board buchen. Bedeutet man schläft, während der Überfahrt im Fahrzeug und kann dieses auch jederzeit betreten. Aber auf Grund der Wintermonate wird das leider nicht angeboten. Das tolle bei Minoan Lines ist, dass man in dieser Zeit für den selben Preis eine Innenkabine bekommt.
Ganz wichtig für uns…tiergerecht…denn Baku wird sicherlich nicht für 37 Stunden in eine Box gesteckt!
Aber das war telefonisch recht leicht zu handeln. Demnach sieht unser „Fahrplan“ wie folgt aus:

Buchungsbestätigung der Fähre

Ursprünglich hatten wir geplant den Hafen von Igoumenitsa anzusteuern. Auf Grund einer Fahrplanänderung, werden wir jetzt nach Patras fahren. Für uns ist das kein Problem. Wie gesagt möchten wir unsere Reise sehr spontan gestalten. Demnach spielt ein anderer Ausgangspunkt für uns keine wesentliche Rolle. Das Einzige, was wir für Griechenland geplant haben, ist ein Treffen mit sehr guten Freunden.

Bevor es aber nach Griechenland geht, stehen erst ein mal ein paar Stops in Italien an. Unter anderem Verona und Venedig.
Davor legen wir aber noch ein Besuch am Schliersee ein, wo wir Sabis Mama und ihren Lebensgefährten besuchen. Passt uns ganz gut…ein bisschen Berge, Schnee und Ruhe zum Abschluss tun sicherlich ganz gut!

Jetzt heißt es also los Richtung Süden…meine Eltern verabschieden und einen ersten Schritt in Richtung großes Abenteuer machen.

In diesem Sinne…

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

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