Einmal Athen und zurück

– Sabi`s View –

Athen.
Ein unüberschaubareres Häusermeer.
4-spurige Autoschlangen die sich hindurchschlängeln.

Ja, da waren wir nun wieder, in einer von uns so heiß geliebten Großstädten.

Auch wenn wir, ehrlich gesagt, nicht besonders scharf drauf waren, uns nach den vergangenen zwei Wochen in der ‚Wildnis‘ wieder ins Großstadtgetümmel zu stürzen, war von Anfang an klar, dass wir, während unserer Zeit in Griechenland, irgendwann nach Athen fahren würden.
Nicht nur, weil in unserem Reiseführer von ’94 geschrieben steht, Athen sei so unverwechselbar griechisch wie keine andere Stadt.

Nachdem wir uns erstmal eine gute Stunde durch Stau kämpften, um überhaupt in die Nähe der Hauptstadt zu kommen, erreichten wir wieder eine Halbe später, den von aussen doch sehr unscheinbaren Campingplatz am westlichen Rand von Athen.
Jap, Campingplatz.
Da wir Geronimo, in einer Großstadt, nich einfach irgendwo stehen lassen wollten, beschlossen wir tatsächlich, wieder auf einem Campingplatz zu nächtigen.
Genau, auf Einem.
In ganz Athen, einer (Großraum eingeschlossen) fast 4 Mio. einwohnerstarken Metropole gibt es tatsächlich, anscheinend, nur einen einzigen Campingplatz.
Naja, so fiel die Wahl wenigstens nich besonders schwer.
Wifi und Duschen standen auch zur Verfügung.
Somit war die Sache wohl klar.

Als wir wieder aus der Rezeption herumspazierten und die Umgebung nach einem geeigneten Platz überflogen, sprang er uns sofort ins Auge.
Ein orangener 407er.
Schönes Ding.
Spätestens als uns die Dame vom Empfang versicherte, auf der Seite, auf der auch Geronimos kleiner Bruder stand, wäre der Wifi Empfang am Besten (schließlich mussten wir auch mal wieder ein wenig arbeiten) stand unsere Platzwahl fest.

Als Andi geparkt hatte und unseren, naja, ‚Nachbarn‘ genauer begutachtete musste er grinsen.
Sein Blick auf das unverwechselbare Nummernschild bestätigte seine vorherige Vermutung.
Standen wir doch tatsächlich zur selben Zeit, auf dem selben Platz wie ‚Passport Diary‘.

Während der Zeit, in der wir unseren Geronimo ausbauten, waren wir oft auf der Suche nach Inspiration im Netz.
Vor allem als es, irgendwann, um das Thema Dachgarten, ja oder nein, wie oder was, ging.
Relativ schnell kamen wir damals auf die Seite von Paul von Passport Diary.
Einen sehr sympathischer Berliner mit einem klasse Blog (+ Ebooks) über den Selbstausbau.
Auf seiner Seite landeten wir bei späteren Problemchen immer wieder.
( Auch wenn wir uns, trotzdem gegen einen Dachgarten entschlossen hatten 😀 )

Paul, Chrissi und Emma (der 407er), mehr oder weniger, auf dem Nachhauseweg von einer einjährigen Reise die sie durch Georgien, Kasachstan, Russland, Iran, Usbekistan usw. führte, standen nun eben in Athen, auf dem einzigen Campingplatz den es da gab.
Neben uns.
Scheiße man!
Die Welt ist ein Dorf!

Während ich mich sofort unter eine lange überfällige !heiße! Dusche stürzte, dauerte es keine 5 Minuten und Andi saß bei unseren Nachbarn im ‚Garten‘, drank ein Käffchen und quatschte über vergangene und bevorstehende Abenteuer, Reiseequipment und Blattfedern.
Tatsächlich, hätte ich auch nichts anderes erwartet!

Später hatten wir dann das Vergnügen von Chrissi bekocht zu werden.
Aus frischen Meeresfrüchten, Süßkartoffeln, Gemüse und Nüssen, die sie tagsüber auf dem Markt gekauft hatte, entstand ein unglaublich leckeres Abendessen.
Bei diesem Festmahl, georgischem Wein UND Schnaps (ah, Hilfe!), iranischer Schokolade ( alles von den beiden auf ihrer Reise aufgelesen) und vielen guten Geschichten verging die Zeit wie im Flug und bis wir uns versahen war es weeeeit nach Mittelnacht.
Höchste Zeit ins Bett zu gehen also! 😉

Tags darauf verabschiedeten wir die 3 wieder (für sie ging es weiter Richtung Peloponnes) und kurierten bei einem ruhigen Wi-fi- / Arbeitstag unseren ‚Chacha‘-Kater aus.

Am Freitag dann, ‚trauten‘ wir uns endlich ins Getümmel.
Naja, Getümmel war nicht wirklich.
Die Stadt war irgendwie… recht leer.
Also für so ein Ding, in dem Millionen von Menschen leben, jedenfalls.

Der einzige Ort an dem ein bisschen mehr los war, natürlich, die Akropolis.
So fiel uns dann die Wahl auch nicht besonders schwer, uns die 20-30€ Eintritt pro Person (je nachdem wie viel man davon sehen will) zu sparen.

Wir beschlossen lieber auf dem Peripatos (griechisch ‚Spazierweg‘) herum zu spazieren, auf den Hügeln die nebenan liegen zu sitzen, Leute zu beobachten und über alles möglich zu philosophieren.
Die Altstadt und ihr kleinen Gassen zu erkunden und über die Märkte und durch die Künstlerviertel zu schlendern.
So abseits vom Stau, ist Athen wirklich ein sehr nettes Städtchen.

Den größten Teil des Weges dort legten wir zu Fuss zurück, den Rest mit Bus und Bahn.
Bus… man ich weiss echt nicht wann ich letzten mal mit dem Bus gefahren bin…
Bin ich denn überhaupt schon mal mit dem Bus gefahren…?
So viele Abenteuer, Tag für Tag, unglaublich! 😀

*Preis für das Tagesticket Athen + Großraum bis Flughafen p.P ist übrigens 4,50€
Hunde die ‚nicht mehr in eine Handtasche passen‘ sind in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erlaubt. Baku hat sich’s also währenddessen in Geronimo auf dem Campingplatz gemütlich gemacht gehabt. (keine Sorge, er hat da mehr als genug Platz, er hatte Wasser, Futter, Frischluft, Schatten, besonders warm wars an dem Tag auch nicht und so lange waren wir nicht unterwegs)

Zurück zu hause verbrachten wir dann unsere letzte Nacht in und auf ‚Camping Athens‘, bevor wir am Mittag des nächsten Tages, den Motor wieder anschmissen. Endlich.
Ab nach Piräus.
Ganze 9 km weiter.
Piräus ist der Fährhafen von Athen.
Dort buchten wir unsere Fähre nach Santorini für den Folgetag.

Am nächsten Morgen ging es für uns dann um 5 Uhr früh los.
So früh hätten wir eigentlich nicht ausstehen müssen, aber da wir uns, für die Nacht, etwas raus aus Athen bewegt hatten, (wir hatten nämlich erstmal die Schnauze wieder voll von Großstadt) brauchten wir ungefähr eine Stunde zurück, zum Hafen.

Man, ich hätte nie gedacht, dass ich es mal so genießen würde ‚wild‘ zu campen.
Eigentlich, war das sogar eins der Dinge, die mir vor unserer Abreise mit am meisten Kopfschmerzen bereitetet hatten.
Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass das so gut funktioniert.
Einmal zuvor, ist schon ein paar Jahre her, als ich mit Andi und Baku (damals noch ohne Geronimo, dafür mit dem Defender von Andis Eltern) in Frankreich und Spanien unterwegs gewesen war, hatten wir wild gecampt.
Und die Nacht war für mich der reine Horror.
Ich hatte kein Auge zugemacht, die ganze Zeit gedacht ich hör irgendwas oder irgendjemanden kommen oder ums Auto herumschleichen.

Und jetzt, jetzt waren es nur 3 Nächte auf einem Campingplatz gewesen und ich war sooo froh wieder ‚draußen‘ zu sein. (nicht allein weil wir, wie so oft, eine unglaubliche Aussicht hatten)

Mag sein, dass ich mich sicherer fühle, weil wir jetzt im Bus und nicht im Dachzelt schlafen, oder vielleicht bin ich ja auch taffer geworden (äh, ich denke nicht), aber seit dem wir uns auf unser Abenteuer begeben haben, hatte ich kein einziges Mal ein schlechtes Gefühl oder konnte nicht schlafen.
Naja, toi toi toi, bis jetzt ist ja auch nichts passiert.
Obwohl… was soll denn auch passieren, außer dass uns jemand wegjagt oder so!?
(Die Geschichten von den Steineschmeißern verdrängen wir jetzt mal (danke an Paul und Chrissi) 😀 )

Ok, zurück nach Santorini.
Ach…ne… so weit waren wir ja noch gar nicht!
Unser Fähre legte am So den 18.3. pünktlich um 7.25 Uhr ab…

Einmal Athen und zurück

– Andi`s View –

Wir hatten uns also entschieden.

Es sollte zunächst Athen besichtigt werden.

Demnach brachen wir morgens relativ zeitig von unserem Nächtigungsplatz in der Nähe von Karystos auf und machten uns auf den Weg, zunächst einmal die Insel Evia zu verlassen.

Nach rund 3 Stunden überquerten wir dann endlich die Brücke bei Chalkida, welche das Festland von der Insel trennt. Wir mussten ja die selbe Straße Retour fahren, da es nur eine „Hauptader“ auf der Insel gibt. Daher war diese Fahrt recht unspektakulär.

Chalkida verließen wir dann Richtung Südosten. Plan war es sofort wieder an die Ostküste zu kommen, dort lang zu fahren und einen Stellplatz für die kommende Nacht zu finden.

Wir wollten die rund 230 km von Karystos nach Athen in 2 Tagen fahren. Zum Einen haben wir Zeit und zum Anderen braucht man dafür gut und gerne mal 8 bis 10 Stunden bei den dortigen Straßenverhältnissen…und Stress brauchen wir wirklich nicht

Entlang der Ostküste, welcher wir über Dilesi erreichten, hatten wir Spaß daran der Küstenstraße zu folgen. Endlich mal eine relativ gut ausgebaute Straße auf der man gemächlich einen malerischen Touristenort nach dem anderen abfahren konnten. Die Ostküste Mittelgriechenlands hatten wir so gar nicht auf dem Schirm. Umso schöner, dass wir es auf dem Weg nach Athen gesehen hatten.

Nach etwa 3 weiteren Stunden Fahrt und einer kleinen Pause zwischendurch verließen wir die Ostküste dann gen Westen und folgten der Straße bis wir in den Parnitha Nationalpark einfuhren.

Da wir unseren ersten Plan, an der Ostküste zu nächtigen, bereits über den Haufen geworfen hatten, nahmen wir uns nun vor in diesem Gebiet einen Übernachtungsplatz zu finden.

Es ist so…

Für den Besuch hatten wir geplant zwei bis drei Nächte auf einem Camping Platz zu verbringen. Ungern lassen wir Geronimo alleine mit all unseren Wertsachen, in einer Metropole wie Athen, auf einem Parkplatz, stehen. Auch wenn es bewachte Parkanlagen gibt. Wir möchten das einfach nicht! Unser zu Hause mit allem Hab und Gut. Das versteht ihr sicherlich!?

Sabi hatte demnach im Vorfeld einen Camping Platz direkt in Athen ausfindig gemacht. Um uns aber eine Nacht zu sparen und wir vom Tag sowieso nichts mehr gehabt hätten, entschlossen wir uns eben dazu irgendwo in diesem Nationalpark stehen zu bleiben.

Irgendwie eine seltsame Gegend dieser Parnitha Nationalpark. Wunderschöne, tiefgrüne Nadelbäume, enge verwachsene Straßen, ein kleiner See hier, eine Aussichtsplattform dort. Sehr sauber…so ganz anders wie man Griechenland kennengelernt hatte.

Die Griechen und ein Herz für die Natur?!

Nein, das passt nicht zusammen!

Als wir dann die Erste der zahlreichen Luxusvillen der Gegend entdeckten, war uns klar warum das hier so aussieht. Hier ist Geld im Spiel…der Adel mag das nicht…Abfall und Dreck

Wie auch immer…

Irgendwo in diesen Nadelwäldern suchten wir uns abseits ein ruhiges Plätzchen.

Am nächsten Tag dann steuerten wir Athen an, verließen den Nationalpark (hier zeigte sich ein atemberaubender Blick über Athen) und befuhren den Highway der Stadt über den Norden.

Und Zack war es soweit…

Smog, Verkehr und Chaos soweit das Auge reicht.

Großstadt, unser Terrain…:D

Aber uns war klar worauf wir uns da einlassen. Daher mussten wir nun auch wissen damit umzugehen.

Nach zirka einer Stunde im tosenden Verkehr Athens erreichten wir den Campingplatz.

Warme Duschen, Wifi und sauber Toiletten. Mehr muss man nicht erwarten. Mehr kann man auch meist nicht erwarten.

Nachdem wir den Check-In hinter uns gebracht hatten, stand sie da. „Emma“.

Der 407er Mercedes von Paul und Chrissi. Auch bekannt als Passport Diary.

Paul und Chrissi haben das gemacht, was wir vorhaben zu machen. Die Welt bereisen und Andere daran teilhaben lassen.

Wer sich also mit der Thematik Weltreise und Ausbau seines Fahrzeugs beschäftigt, wird früher oder später auf die Beiden treffen.

Wie klein die Welt doch sein kann 😀

Es dauerte auch nicht lange und ich saß mit Paul und einem Käffchen vor Emma. Wir philosophierten über Technik (das Fahrzeug betreffend), über die Welt und deren Menschen…dies und das eben.

Genau nach meinem Geschmack!

Genau die Art von Mensch, mit welchen ich mich umgeben möchte. Einfach, unkompliziert und offen.

Aus dem Nachmittagskaffee wurde ein gemeinsames, leckeres Abendessen und am folgenden Tag ein monumentaler Kater.

Chrissi verwöhnte uns an dem Abend mit frischem Fisch vom Markt, leckeren Beilagen und iranischer Schokolade (traumhaft).

Ein perfekter Abend mit netten Menschen, guten Gesprächen und gutem Essen.

Wie das eben so ist, wird zum Ende des Mahls ein Schnaps zur Verdauung angeboten. Paul kramte eine Flasche georgischen Grappa aus dem Bus.

„ChaCha ist die Ausgeburt der Hölle“, so seine Worte.

Ja ne, is klar…

…wie gesagt war der Kater monumentaler Natur 😀

Demnach nutzten wir den folgenden Tag um auszukurieren, Paul und Chrissi zu verabschieden (sie machten sich auf den Weg weiter Richtung Peloponnese) und etwas zu arbeiten.

„Athen wir kommen“…Hieß es dann am darauf folgenden Tag.

Der Campingplatz hatte die ideale Anbindung an den Nahverkehr. Der Bus Richtung Hauptbahnhof fuhr direkt vor der Tür los. Von dort ging es dann mit der Metro 5 Stationen bis zur Akropolis, welche unsere erste Anlaufstelle war.

30€ kostet ein Ticket um das Gelände betreten zu dürfen.

Menschen und Baugerüste…eine Kombination, welche uns den Besuch nicht gerade schmackhaft machte. Demnach entschlossen wir uns, das Geld zu sparen und zu Fuß um die Akropolis zu schlendern.

Spannender war es da für uns schon durch die Gassen der Plaka zu ziehen.

Die Altstadt Athens. Ein Labyrinth aus Gassen mit unzähligen Restaurants, Bars und Cafés.

Das hatte Charm! Das war nett!

Nachdem wir uns dort einen kleinen Snack gegönnt hatten, zogen wir weiter Richtung Monastiraki Platz.

Auf dem Weg dorthin besuchten wir einen kleinen Flohmarkt und liefen an unzähligen Souvenir-Shops und Boutiquen vorbei.

Nach einem Besuch auf dem Athener Zentralmarkt und einem Abstecher ins Künstlerviertel verabschiedeten wir uns schon wieder aus der Stadt.

Ehrlich gesagt…das ist nicht mein Fall.

Großstadt sowieso nicht. Und dann vor allem das Zentrum. Eine reine Auslegung für Touristen. Verständlich…aber nicht meins.

Nach 5 Stunden war es das dann also mit unserem Besuch der Hauptstadt Griechenlands. Wir haben gesehen, was wir in unseren Augen sehen mussten.

Nun gut…

Das Gute war, dass es uns nun leicht fiel eine Entscheidung zu treffen was als nächstes ansteht.

Ruhe, Abgeschiedenheit…eine abgeschiedene Insel. Das wär doch was…

Am nächsten Morgen packten wir unser Hab und Gut zusammen, verließen den Campingplatz und machten uns auf nach Piräus, um dort eine Fähre für den folgenden Tag nach Santorin zu buchen.

Mal sehen was uns dort erwartet.

In diesem Sinne…

Stay tuned…

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