Georgien oder Off the Road

– Sabi`s View –

Findet ihr das bei Filmen auch nachmal so lächerlich dass es gerade dann anfangen muss zu regnen wenn etwas trauriges oder dramatisches passiert!?
Ganz ehrlich, wie wahrscheinlich ist das in der Wirklichkeit…!?
Scheinbar sehr, wie wir letzte Woche mal wieder erfahren durften, aber dazu später mehr. 😉

Dass sich Menschen und Kultur innerhalb weniger Meter (aka Grenzübergang) zu 100% ändern können hatten wir ja schon bei der Fahrt von Griechenland in die Türkei mitbekommen.
Dass sich aber auch die Landschaft auf (mehr oder weniger) einmal wandelt, das war uns neu.

Auch wenn die letzten 400km, die wir in der Türkei an der iranischen und armenischen Grenze entlangfuhren, schon viel grüner aussahen als erwartet und die Wiesen und Straßenränder über und über mit blauen, gelben, lila und rosa Blumen waren, legte Georgien nochmal eine Schippe drauf.

Kaum angekommen, waren Andi und ich hin und weg von der in ein tiefes grün getauchten Landschaft.
Überall wucherten riesige, uns fremde Gewächse und Blumen.
Wie in einem gigantischen verwunschen Garten, der seit Jahren nicht mehr gemäht wurde.

Aber auch an den Menschen merkten wir sofort, dass wir wo anders waren.
Nicht nur, dass die Georgier anders aussehen und gekleidet sind.
Sie sind, nun ja… wesentlich grimmiger, kühler, als die Türken.
Wir wurden plötzlich von niemanden mehr freundlich gegrüßt.
Keiner brachte uns mehr Leckereien ans Auto, war neugierig wo wir her kamen oder lud uns auf ein Glas Tee ein.
Kurz gesagt, wir scheinen den Georgiern wohl ziemlich egal zu sein. 😀

Georgien war wohl das erste Land in das wir komplett ohne jeglichen Plan gefahren sind.
Naja, also wir wussten schon was wir hier ungefähr anschauen wollten oder was die Hauptstadt war.
Aber von Kultur, Sprache und Kulinarischem hatten wir, ehrlich gesagt, so gar keine Ahnung.
Trotzdem, fühlte ich mich persönlich gleich etwas wohler hier, als in den letzten Wochen in der Türkei zuvor.
Vielleicht war es wegen den Menschen, die nicht mehr so guckten, denen wir einfach gleich zu sein schienen oder weil Mädchen und Frauen wieder im Bikini und nicht voll bekleidet badeten (was die letzten paar hundert km in der Türkei so gewesen war) oder, dass ich hier nicht mehr die einzige Blondine und somit nicht mehr ‚alleine’ war. 😀
Vielleicht war es einfach auch alles zusammen.
Unsere Stimmung und das Gefühl das uns Georgien gab stimmte jedenfalls von Anfang an.

Für unsere ersten 50 km, welche wir nach dem Grenzübergang zu unserem ersten Stellplatz zurücklegten, brauchten wir gute 2 1/2 std.
Man…

Also dass die Straßen schlecht waren das hatten wir schon öfter gelesen, aber dass es nur mit Schlaglöchern gespickte und unterspülte Feldwege sind, damit hatten wir nicht gerechnet.

Erleichtert und fix und fertig von dem Gewackel und dem sich doch etwas langgezogenen Grenzübergang fielen wir alle 3 am Kura River, gleich gegenüber der Höhlenstadt Vardzia, ins Bett.

Gestärkt und top motiviert ging es am nächsten Tage weiter, das Schlimmste (an Straße) erwartend…
Wie sich aber rausstellte, hatten wir wohl am Tag zuvor einen einfach wirklich beschissenen Weg erwischt, denn die Strecke, die wir am folgenden Tag zurücklegten hatten war, wie das Stück direkt nach der Grenze, asphaltiert.
Zwar ziemlich holprig und voll von Schlaglöchern….aber asphaltiert.
Also auch nicht schlimmer als in der Türkei und Griechenland.
Wir waren erfreut!
Allerdings hielt diese Freude nur kurzzeitig an, denn schon am Tag darauf änderte sich die Straße von einen auf den anderen Augenblick von einem (fast schon) Traum in einen reinen Alptraum.
Wir waren auf dem Goderdzi Pass gelandet, welcher die Stadt Achalziche mit Batumi verbindet.

Wir brauchten ganze 6 Stunden für diese 60 km.
10 km in der Stunde!
Das war unsere bisheriger ‚Rekord‘. (welcher aber nicht lange anhalten sollte)
Ein Glück dass die Natur und Bergdörfer durch die uns die Holpperpartie führte wunderschön waren.
So wurden wir auf der Fahrt wenigstens etwas von dem stundenlangen Gewackel abgelenkt.
Etwas zerrüttet und durch den Wind, kamen wir zwei Tage später dann trotzdem gut in Batumi an.

Nach der Höhlenstadt Vardzia war Batumi, bzw. die Schwarzmeerküste unser zweiter (ursprünglich nicht eingeplanter) Stop.
Ja, wir waren also wieder am Meer und das wesentlich früher als erwartet.
Und wie es wohl fast überall am Meer so ist, waren da auch plötzlich wieder die Touristen, welche wir in den Wochen zuvor fast vergessen hatten…

Trotzdem war es wirklich schön.
Auch wenn uns das heiße subtropische Klima ganz schön schwitzen ließ.
Ja wirklich, nicht nur das Klima und die Flora hier erinnert sehr an das Asien wie es wohl die meisten im Kopf haben mögen.
Auch die mit Bambus verzierten Bars und Restaurants, die vielen Reklamen und Straßenschilder mit der verschnörkelten runden georgischen Schrift, welche auf den allerersten Blick vielleicht etwas an Thailändisch erinnern mag, machte die Illusion perfekt.
Überall wuchern grüne Farne, Palmen und riesige Blumen zwischen den Häusern und neben den Straßen.
Wir waren in Südostasien.
Irgendwo in Thailand oder Indonesien.
Soviel war klar! 😀

Nach zwei Tagen in der drückenden Hitze beschlossen wir wieder in die Berge zu fahren.
Wir machten uns auf Richtung Svaneti, einem Gebirgszug ganz in Norden Georgiens.

Unseren ersten Stop legten wir kurz vor Mestia am Ushba Gletscher ein.
Dort verbrachten wir 2 Tage.
Weiter ging es durch Mestia Richtung Ushguli.
Von dort aus wollten wir uns nämlich auf den Zagar Pass wagen.
Ein Pass, welcher nur im Sommer befahrbar ist und einen Rundweg um den Svaneti Gebirgszug ermöglicht. Geprägt von atemberaubender Landschaft und tollen Aussichten trauen sich meist nur Motorradfahrer und 4×4-Geländewagen auf diesen sehr anspruchsvollen Weg.
Soweit zur Theorie…

Schon die letzten 25 km auf dem Weg von Mestia nach Ushguli erwiesen sich allerdings als nicht besonders einfach.
Noch dazu hatten wir ‚Full House‘, oder besser gesagt ‚Full Bus‘, denn auf der Straße dorthin waren uns ein paar Backpacker über den Weg gelaufen, welche wir mitnahmen und das zusätzliche Gewicht machte sich bei jedem Schlagloch bemerkbar.

Zwei Deutsche, zwei Franzosen, zwei Amis und ein Wolf sitzen im Bus…
Hört sich an wie der Anfang von einem schlechten Witz oder?! 😀
Tatsächlich war unsere Fahrt aber eine wirklich nette Angelegenheit und wir hatten so auch wieder etwas Ablenkung vom stundenlangen Geholper.

Umgeben von tauschenden und abertausenden herumfliegender Schmetterlinge erreichten wir Ushguli um ca. 18 Uhr, verabschiedeten unsere Mitfahrer und machten uns sofort auf den Weg Richtung Zagar Pass, denn wir wollten den ersten, angeblich schwierigsten Teil der Strecke noch vor Sonnenuntergang hinter uns bringen. Unteranderem auch weil für den kommenden Tag Regen angesagt war.
Da wir noch 3,5 Stunden hatten, waren wir sehr zuversichtlich das zu schaffen, denn es waren ja nur 17 km.

Die ersten 9 km waren easy.
Es ging zwar bergauf, aber der Weg war noch verhältnismäßig gut.
Keine großen Schlaglöcher, keine Steine oder Felsen.

Wir erreichten die Spitze des Passes (2580m) nach einer guten Stunde und uns bot sich ein gigantischer Ausblick.
Drei 5000er und ein 4000er bäumten sich vor uns auf.
Riesige Gletscher, bedeckt mit Schnee und Eis.
Das war also das Erste was wir auf unserer Reise von Russland sehen sollten, denn der Pass führte uns direkt an der Grenze entlang.

Als es langsam wieder bergab ging merkten wir schnell, dass die ‚Straße’ sich änderte.
Es wurde nicht nur immer enger (keine 30 cm breiter als Geronimo) sondern auch die kleinen Schlaglöcher verwandelten sich in riesige Auswaschungen die uns unseren Weg äußerst schwierig machten.

Nun fing also ‚DAS‘ Stück an.
Wir wurden langsamer.
Fuhren so gut wie es eben ging über die Hindernisse und drum herum.
Immer wieder waren wir gespannt was uns hinter der nächsten Kurve erwarten würde.
Da kam uns das erste Auto entgegen.
Zum Glück an einer Stelle an der es tatsächlich möglich war etwas auszuweichen.
Es waren Georgier in ihrem Nissan Pathfinder, welche mit einem (ausnahmsweise) großen Grinsen zu uns herüberblickten.
Andi, ganz im Smalltalkmodus, fragte sie ob der Weg bald besser werden würde.
Sie grinsten und meinten nur, schlechter, viel schlechter, ‚big rocks‘ würden uns bald auf der Straße erwarten und ob das mit unserem Auto ginge wüssten sie nicht.
Andi grinste zurück und meinte, wir würden es trotzdem versuchen.
Fast schon begeistert von seiner Antwort lachten sie, strecken uns eine ‚Daumen-hoch‘ Geste entgegen und fuhren weiter.

Es ging tatsächlich.
Zwar unglaublich langsam (wir kamen wohl keine 3km in der Stunde mehr voran) aber es ging.
Ab und zu sprang ich aus dem Auto um einen Stein von der Fahrbahn zu räumen oder um zu gucken ob wir mit unserer Achse auch drüber passen würden.
Ja es lief, naja rollte, sehr sehr langsam…
Bis wir zu einem äußerst steilen Teil kamen.
Ich hüpfte wieder raus, checkte ob es geht, gab Andi ein ‚Go!‘ und lief ein Stückchen vor um zu gucken ob ich dort noch Steine aus dem Weg räumen könnte.
Andi fuhr hinterher.

Da hörte ich es…
Ein fürchterlich schrilles Geräusch.
Ich drehte mich um.
Es war die Lenkung von Geronimo, die Andi versuchte zu bewegen während er rückwärts führ.
Doch weder das Eine noch das Andere funktionierte.
Wir steckten fest.

Als Andi versuchte kurz vorher einem riesigen Stein auszuweichen kam er, nur ein paar Zentimeter, vom Weg ab und blieb mit dem rechten Vorderreifen an einem anderen Stein, der sich unter dem dichten Gras versteckt hatte, hängen.
Es gab kein Vorwärtskommen mehr.
Aber auch rückwärts war es uns unmöglich zu fahren, denn auch dort versperrten Steine und ein steiles Stück bergauf den Weg.
Das packte Geronimo einfach nicht.

Trotzdem, wir versuchten es noch einmal.
Aber ausser ein schrecklich ungesund klingendes Geräusch von der Lenkung und stinkendem weißen Rauch aus dem Auspuff tat sich gar nix.

Andi stieg aus und wir versuchten es mit Steinen und Keilen unter den Reifen, schieben und drücken, aber nichts half.

Das war übrigens der Zeitpunkt an dem es anfing zu regnen.
Wirklich, wie schon damals in Griechenland als wir im Schnee stecken blieben.
Es fing an zu regnen!
Was für ein Scheiß! 😀

Ja, da waren wir nun also, mit unserem 4,2t Bus auf ca. 2100m, auf einer Straße die nicht besonders frequentiert war und es ging nichts mehr.
Wir konnten also nur hoffen, dass vielleicht noch jemand den Pass heute fahren würde und wir so irgendwie Hilfe bekamen.

Nach ein bisschen hin und her hatte Andi aber dann doch noch eine Idee.
Ein paar Tage zuvor, an einem Strand nördlich von Batumi, hatten wir, mit Hilfe eines Wagenhebers einem Einheimischen geholfen seinen BMW wieder aus dem Sand zu bekommen.
Das wollten wir nun auch versuchen.
Der Gedanke war eigentlich ganz einfach: Wagenheber unters Auto, soweit Hochhebeln bis der Vorderreifen über den Stein kommt, darüber lenken, Bus wieder absenken.

Ok! Plan!

Leider war es nicht so einfach den Wagenheber zwischen den Steinen, die unter Geronimo lagen, zu platzierten.
So lagen wir beide bäuchlings auf dem Boden und versuchten das sch***blöde Ding irgendwie an eine Stelle zu schieben an welcher man es auch benutzen konnte.
Also klopften wir die Steine weg die uns im Weg lagen.
Mit der Hand…
Den Metallstangen des Wagenhebers…
Der Axt…
Nach einiger Zeit hatten wir genug Platz freigemacht, so dass er darunter passte.
Sehr schön!
Unsere Keile (danke an Danny + Laura!!!) vor die restlichen Reifen gestellt, damit unser Zuhause auch nicht noch über uns drüber rollt, und losgehebelt…
Ha…. denkste…
Irgendwas ging nicht.
Irgendwas tat nicht das was es tun sollte.

Na klar! Dieser kleine Schalter am Hebel war noch in die falsche Richtung gedreht.
So hebelte er also nichts hoch…

Kein Problem, dann drehen wir das kleine Ding halt in die andere Richtung.
Dachten wir.
Leider stand der Wagenheber aber so blöd unter der Bus, dass wir ums Verrecken nicht dran kamen.
Also versuchten wir ihn unterm Auto rauszubekommen.
Aber irgendwie steckte er fest.

Nun waren wir also wieder mit Händen, Metallstangen und der Axt am Werk und eine gefühlte Stunde später hatten wir dieses blöde Ding wieder raus.

Hebel gedreht.
Ein kurzer Test, nicht dass wir ihn wieder umsonst da unten reinschieben…
Läuft! Äh hebelt!
Also setze ich mich hinters Steuer, zog die Handbremse noch ein Stückchen fester an und stieg auf die Bremse.
Andi fing an Geronimo nach oben zu bewegen und ich schmiss den Motor an.
Finger gekreuzt….

Es funktionierte!
Tatsächlich!
Die Lenkung ließ sich bewegen und der rechte Vorgreifen war wieder ‚frei‘.
Andi baute den Wagenheber ab, schmiss ihn ins Auto und weiter ging’s… denn hier über Nacht stehen bleiben war nunmal nicht möglich.

Mittlerweile war es übrigens dunkel geworden.
Was für ein Mist!
Wir wollten doch bis es dunkel wird wenigstens das schwierige Stück gemeistert haben.
Egal!

Fix und fertig machten wir uns also weiter auf den Weg.
Baku* und ich mit der Taschenlampe voraus, den Weg auschecken, Andi in Geronimo hinterher.

(*der hatte während der ganzen Aktion übrigens, als einziger, einen haiden Spaß. Er fetzte durch das grüne Gestrüpp um uns herum, jagte Frösche und war froh nicht mehr im wackelten Auto sitzen zu müssen. :D)

Klatschnasse Schuhe, 100 Mückenstiche und eine weitere Stunde später, es war mittlerweile fast 11, erreichten wir endlich die erste Brücke.
Von dort an hieß es, würde der Weg sich wieder bessern.
Weiterfahren wollten wir trotzdem ums verrecken nicht.
Nein, wir wollten nicht mehr und wir konnten nicht mehr!

Glücklicherweise gab es direkt neben der Brücke die Möglichkeit stehen zu bleiben und das taten wir auch.
Wir aßen, umgeben von zig Glühwürmchen, noch schnell ein wenig zu Abend, denn das hatten wir vor lauter Aufregung ganz vergessen und fielen nach einer kurzen Dusche ins Bett.

Recht früh am nächsten Morgen und ohne Frühstück, denn wir wollten ‚die Sache erst hinter uns bringen‘, ging es weiter.
Noch einmal lagen gute 18 km vor uns bis der Spuk angeblich vorbei war.

Wieder fuhren wir über riesige Löcher, durch Bäche und Pfützen.
Und wieder kamen wir nur verdammt langsam voran.
Die Umgebung durch die wir kamen hatte sich mittlerweile vollkommen verändert.
Es kam uns vor als würden wir irgendwo durch einen Regenwald tuckern.
Der Weg war nun nur noch unwesentlich breiter als Geronimo.
Links und rechts wucherten mannshohe Blumen ,Sträucher und Gräser.
Über uns hingen die Baume so tief in die Straße, dass wir teilweise kaum durchkamen.
Es war so nervig….aber auch so unglaublich schön!

Etwas weiter kam es dann: Das erste Dorf.
Wir waren also wieder in der Zivilisation!
Naja, oder so ähnlich!
Denn der Weg besserte sich trotzdem kaum und so ging es noch etliche km weiter…

Im Endeffekt brauchten wir 3 Tage um wieder auf eine asphaltierte Straße zu gelangen.
3 Tage also für knappe 90 km.
Und auch wenn alles gut verlaufen ist und die Ausblicke, die wir dort hatten unglaublich waren, werden wir solche Pässe ab jetzt wohl eher meiden… Vorerst jedenfalls! 😉
Auch wenn uns der Zagar Pass mal wieder gezeigt hat, dass wir ein verdammt gutes Team sind, uns so schnell nichts aufhalten kann und dass man mit ein bisschen Ruhe bewahren und Nachdenken aus einer scheinbar aussichtslosen Situation irgendwie wieder rauskommt 😀

Na, mal schauen was uns das restliche Georgien wohl so bringt….

PS: Mit dem richtigen Auto, d.h. einem Geländegängigen mit ausreichend Bodenfreiheit, ist der Weg halb so wild und wohl, je nach Witterung und Fahrerkönnen innerhalb weniger Stunden machbar.
Trotzdem empfehlen wir den Pass nur von Ushguli Richtung Lentekhi in Angriff zu nehmen.
In die entgegengesetzte Richtung geht es meist bergauf und das ist wohl, vor allem bei Nässe, äußerst schwierig.
Der Zagar Pass ist, laut Einheimischer, von Oktober/November bis April auf Grund des Schnees gesperrt und auch in der Zeit dazwischen nach starkem Regen oft nicht befahrbar.

6 Kommentare
  1. Axel says:

    Hallo Sabi, hallo Andi,

    Glückwunsch für die Idee mit dem Wagenheber. Es gibt wahrlich angenehmere Orte für eine Panne als einen georgischen Gebirgspass. Wir haben Teil 1 der Geschichte, den Goderdzi Pass, knapp zwei Wochen zuvor, ebenfalls völlig unvorbereitet passieren müssen. Für den Urlaub in Georgien haben wir uns eine altmodische Landkarte zugelegt, da es hieß, dort seien Google Maps und Navigationssysteme nicht sehr zuverlässig. Selbst Avis, Budget und Co. bieten aus diesem Grund keine Navis für Mietwagen an! Auf dem Weg von Tiflis nach Batumi wählten wir die Südroute über Borjomi, lt. Karte eine bestens befahrbare Überlandstraße. War sie auch, eben bis zum besagten Goderdzi Pass. Wir haben die Strecke mit einem Ford Fiesta bestritten, der danach aussah wie im Ziel von Paris-Dakar. Zuvor hatte es subtropisch gegossen, so dass der Gebirgsfluss, der auf Eurem Foto die Piste kreuzt, noch weniger Streckenführung erkennen ließ … zum Glück konnten wir uns auf ein paar Georgier verlassen, die uns drüber lotsten.
    Wir haben übrigens beste Erfahrung mit den Menschen dort gemacht: arm, aber herzlich. Und Immer freundlich, wenn wir sie mit „Gamarjoba“ (Hallo) begrüssten und uns artig mit „Madloba“ bedankten. Die Tour war unser unvorhergesehenes Highlight. Es ist halt doch ein Vorteil, unvorbereitet in den Urlaub zu fahren 🙂
    Übrigens: Google Maps hat die Südroute verweigert und stattdessen die Autobahn nach Batumi vorgeschlagen. Riesenumweg, aber jetzt wissen wir, warum. Here we are, unser Handy-Navi, schickte uns genauso in die Wildnis wie die Landkarte.

    viele weitere Abenteuer wünschen Euch Axel und Verónica

    Antworten
    • Sabi says:

      Mensch Axel,
      hättest du mal Bescheid gesagt, dass ihr Beide in Georgien seid. Dann hätten wir uns auf ein Gläschen Wein zusammensetzen können 😉

      Wir haben uns mittlerweile auch die klassische Landkarte als Hilfsmittel zur Navigation angewöhnt. Dabei hat man einfach einen besseren Überblick. Was die technische/digitale Navigation angeht können wir jedem nur Maps.Me empfehlen. Meist ist man damit auf dem „richtigen“ Weg. Und das Beste ist, dass es völlig kostenfrei ist. Eigentlich nutzt diese App so gut wie jeder Overlander, zumindest diejenigen, welche wir bis dato getroffen haben.

      Und Axel, unvorhergesehene Abenteuer sind doch das, was Reisen ausmacht. So etwas findet man hier in Georgien jeden Tag. Ob es darum geht Besorgungen zu machen oder schlicht darum, den richtigen Weg zu finden.

      Und unsere Einstellung gegenüber den Menschen hier hat sich übrigens in den letzten Wochen sehr zum Positiven gewandelt. Aber dazu mehr in unserem kommenden Beitrag… Aber du hast Recht, arm aber sehr herzlich!

      PS: Liebe Grüße auch von Andi 😉

      Antworten
  2. Andre says:

    So herrlich! Der Kaukasus ist zum Niederknien! Selbst die Alpen wirken dagegen winzig. Diese Ursprünglichkeit der Natur gibt es nur selten. Passt aber bitte auf! Abchasien, Südossetien und die Grenzregion zu Russland ist nicht sicher!

    Antworten
    • Sabi says:

      Ja das stimmt! Georgiens Landschaften sind einzigartig…
      Ein 5000ter jagt den Nächsten. Da wirkt die Zugspitze vergleichsweise wie ein Hügel 😉
      In die Gebiete kannst du so ohne Weiteres gar nicht einreisen. Verhält sich ähnlich wie bei Landesgrenzen.
      Aber warum sollten wir da auch hin? 😉

      Antworten
  3. Lowen says:

    Moin!
    Sehr spannend. Ich freue mich schon drauf, Georgien selber erleben zu dürfen mit unserem 608er 🙂

    Übrigens: ich empfehle jedem hier einen Blick auf die App MapOut: noch deutlich besser als Maps.Me, und auf gleicher Datengrundlage (OSM), leider nur auf dem iPhone bisher, soweit ich weiß.
    Mit topografischer Karte und Höhenprofil des eigenen Tracks! „Kleiner“ Entwickler, den man gerne unterstützt.

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    • Andi says:

      Spaß werdet ihr definitiv haben! 😉

      …und danke für den Tipp mit der App MapOut. Werden wir auf jeden Fall mal unter die Lupe nehmen und vielleicht einen kleinen Testbericht schreiben.

      Und hier für alle, die es auch interessiert:
      https://mapout.app/de/

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